Update #13: Viele neue Highlights in der Wüste

Update #13: Viele neue Highlights in der Wüste

„Schaffe, schaffe Häusle baue“ heißt es nicht nur im Schwabenländle, sondern auch in Wahat! Nachdem Ende letzten Jahres das sogenannte „Berghaus“ komplett fertiggestellt und eingerichtet wurde, sind aktuell vielfältige Bauarbeiten im Gange, um mehr Platz zum Leben und Arbeiten auf der Wüsten-Farm zu schaffen. Es wurden drei kleine Häuser zum Wohnen ausgebaut, die sich neben den Pivots befinden. Außerdem ist eine neue Cafeteria errichtet worden, ebenfalls aus Stampflehm, vor der nun tagtäglich der Morgenkreis stattfindet. Zahlreiche Male durfte der ein oder andere SEKEMer in diesem Winter dabei wohl sehr gefroren haben, denn die kalte Jahreszeit fiel und fällt dieses Jahr besonders hart aus: Raureif, Hagel und viel Regen wurden in der westlichen Wüste verzeichnet.

In diesem Jahr gab es viel Frost in der Wüste.

Mehr Platz bietet inzwischen auch die Trockenstelle für Kräuter, deren Größe von ca. 8000 Quadratmeter auf ca. 16.000 Quadratmeter verdoppelt wurde. Darüber hinaus wurde eine Mauer errichtet, um den Trockenplatz vor dem Straßenstaub zu schützen. Getrocknet werden dort unter anderem Hibiskusblüten von der letzten Ernte, die erfreulich gut ausfiel. Hibiskustee, in Ägypten Karkadé genannt, ist heiß als auch kalt ein beliebtes Getränk im ganzen Land und auch weltweit gibt es viele Fans des fruchtigen Krauts. Neben Hibiskus wird in den Trockenhäusern Kamille, Pfefferminze, Thymian, Majoran und Zitronengras getrocknet.

Seit Kurzem backt die Wahat-Gemeinschaft ihr eigenes Brot.

Zuwachs gibt es auch bei den Solarstromanlagen und Bäumen: Es wurden sechs neue Photovoltaikanlagen in Betrieb genommen und rund 40.000 Bäume im Westen der Farm gepflanzt.

Außerdem konnten auf dem, im Sommer in Betrieb genommenen Kompostplatz bereits 4000 Tonnen Kompost produziert werden, die beim Winteranbau zum Einsatz kamen. Weitere rund 3000 Tonnen sind aktuell in der Mache.

Ein Erholungsort für die Mitarbeitenden – inklusive Freiluft-Kino.

Eine besonders wertvolle Neuheit ist der Erholungsplatz für die Mitarbeitenden. An diesem Ort können sie sich ausruhen, entspannen und austauschen oder sogar auf der Leinwand einen Film ansehen. Kino-Feeling mitten in der Wüste! Und ein weiteres Highlight für die Wahat-Gemeinde war der Einbau eines Ofens – nun kann dort Brot selbst gebacken werden.

Neuigkeiten rund um die Entwicklungen der Schule in der Wüste lesen Sie hier.
Update #12: Wahat wächst weiter – in jedem Sinne

Update #12: Wahat wächst weiter – in jedem Sinne

Es dürfte wohl keinen anderen Ort in Ägypten geben, an dem sich in kürzester Zeit so viel entwickelt wie in Wahat! Nicht nur auf den Feldern wächst immer mehr, auch die Gemeinschaft vergrößert sich und folglich wachsen auch die Räumlichkeiten. Sogar die Bienenvölker sollen bald Zuwachs bekommen, denn eine Testphase hat gezeigt, dass die ersten Völker, die nach Wahat gebracht wurden, sich unter den hiesigen klimatischen Bedingungen gut gehalten haben.

Geerntet wurden in diesem Spätsommer und Herbst u.a. bereits Baumwolle, Erdnüsse, Jojoba und Datteln. Vorzüglich wuchs der Hibiskus, der aktuell geerntet wird – seine Kapseln werden auf der Mutterfarm nahe Kairo abgepflückt, da es in Wahat noch nicht genug ArbeiterInnen dafür gibt. Das Basilikum sowie das Zitronengras konnten bereits einige Male geschnitten werden. Eine große Hilfe bei der Zitronengras-Ernte war die neue „Vollernte-Maschine“, die frisch eingetroffen war.

Es kam in der Vergangenheit schon öfters zu der Problematik, dass die biodynamischen Erzeugnisse zwar sehr gut gewachsen sind, die Maschinen jedoch zu schwach für die großen Flächen waren. Darum freut sich die Gemeinschaft sehr über die neuen Geräte aus Deutschland, dank denen die landwirtschaftliche Schlagkraft enorm erhöht werden konnte. Unter den Neuzugängen befindet sich auch eine Maschine für die Kamillenernte. Den ganzen November über wurde quasi auf jedem freien Fleck Kamille eingesät: vier Pivots bewässern nun rund 200 Feddan Kamille.

Im Westen der Farm entsteht ein „Waldstreifen“, für den bereits rund 35.000-40.000 Bäume gepflanzt wurden. Sie wachsen sehr gut und dienen als Schutz gegen Pestizid-Drift und gegen Wind.

Ein faszinierendes Projekt ist auch das erste Haus aus Stampflehm in Wahat, das vor einiger Zeit fertiggestellt werden konnte – es besteht ausschließlich aus nachhaltigen Materialien, thront auf einem Berg nahe der Farm und braucht dank Solarpanels keine externe Stromquelle. Die innovative Bauweise sorgt dafür, dass das Haus im Sommer gekühlt und im Winter beheizt wird. Die drei Schlafzimmer, die Wohnküche sowie der Besprechungsraum werden nun im Wohnen erprobt. Der Ausblick ist ebenso beeindruckend wie der Bau selbst.

Im gleichen Stil werden nun zwei weitere Gebäude im Halbrund erbaut, denn bei so viel Wachstum fällt natürlich enorm viel Arbeit an, sodass immer mehr Mitarbeitende nach Wahat kommen. Das eine Gebäude wird eine große neue Cafeteria, einen Besprechungsraum sowie ein Labor bieten. Das zweite Gebäude, das wie Rücken an Rücken hinter dem anderen erbaut wird, wird als Mitarbeiterhaus dienen. Zusätzlich wird eine Moschee hier ihren Platz finden. Es wird also ein großer Bereich zum Wohnen, Essen und Leben geschaffen. Vor diesem neuen Komplex wird künftig auch der Morgenkreis stattfinden. Der alte Gebäudekomplex bleibt als Wohnraum für Familien und PraktikantInnen erhalten. Die ersten Mauern wurden schon erbaut, werden jedoch noch zugehangen, um sie vor dem zu schnellen Austrocknen unter der Wüstensonne zu schützen.

Machen Sie mit - begrünen Sie mit uns die Wüste!