Es dürfte wohl keinen anderen Ort in Ägypten geben, an dem sich in kürzester Zeit so viel entwickelt wie in Wahat! Nicht nur auf den Feldern wächst immer mehr, auch die Gemeinschaft vergrößert sich und folglich wachsen auch die Räumlichkeiten. Sogar die Bienenvölker sollen bald Zuwachs bekommen, denn eine Testphase hat gezeigt, dass die ersten Völker, die nach Wahat gebracht wurden, sich unter den hiesigen klimatischen Bedingungen gut gehalten haben.

Geerntet wurden in diesem Spätsommer und Herbst u.a. bereits Baumwolle, Erdnüsse, Jojoba und Datteln. Vorzüglich wuchs der Hibiskus, der aktuell geerntet wird – seine Kapseln werden auf der Mutterfarm nahe Kairo abgepflückt, da es in Wahat noch nicht genug ArbeiterInnen dafür gibt. Das Basilikum sowie das Zitronengras konnten bereits einige Male geschnitten werden. Eine große Hilfe bei der Zitronengras-Ernte war die neue „Vollernte-Maschine“, die frisch eingetroffen war.

Es kam in der Vergangenheit schon öfters zu der Problematik, dass die biodynamischen Erzeugnisse zwar sehr gut gewachsen sind, die Maschinen jedoch zu schwach für die großen Flächen waren. Darum freut sich die Gemeinschaft sehr über die neuen Geräte aus Deutschland, dank denen die landwirtschaftliche Schlagkraft enorm erhöht werden konnte. Unter den Neuzugängen befindet sich auch eine Maschine für die Kamillenernte. Den ganzen November über wurde quasi auf jedem freien Fleck Kamille eingesät: vier Pivots bewässern nun rund 200 Feddan Kamille.

Im Westen der Farm entsteht ein „Waldstreifen“, für den bereits rund 35.000-40.000 Bäume gepflanzt wurden. Sie wachsen sehr gut und dienen als Schutz gegen Pestizid-Drift und gegen Wind.

Ein faszinierendes Projekt ist auch das erste Haus aus Stampflehm in Wahat, das vor einiger Zeit fertiggestellt werden konnte – es besteht ausschließlich aus nachhaltigen Materialien, thront auf einem Berg nahe der Farm und braucht dank Solarpanels keine externe Stromquelle. Die innovative Bauweise sorgt dafür, dass das Haus im Sommer gekühlt und im Winter beheizt wird. Die drei Schlafzimmer, die Wohnküche sowie der Besprechungsraum werden nun im Wohnen erprobt. Der Ausblick ist ebenso beeindruckend wie der Bau selbst.

Im gleichen Stil werden nun zwei weitere Gebäude im Halbrund erbaut, denn bei so viel Wachstum fällt natürlich enorm viel Arbeit an, sodass immer mehr Mitarbeitende nach Wahat kommen. Das eine Gebäude wird eine große neue Cafeteria, einen Besprechungsraum sowie ein Labor bieten. Das zweite Gebäude, das wie Rücken an Rücken hinter dem anderen erbaut wird, wird als Mitarbeiterhaus dienen. Zusätzlich wird eine Moschee hier ihren Platz finden. Es wird also ein großer Bereich zum Wohnen, Essen und Leben geschaffen. Vor diesem neuen Komplex wird künftig auch der Morgenkreis stattfinden. Der alte Gebäudekomplex bleibt als Wohnraum für Familien und PraktikantInnen erhalten. Die ersten Mauern wurden schon erbaut, werden jedoch noch zugehangen, um sie vor dem zu schnellen Austrocknen unter der Wüstensonne zu schützen.

Machen Sie mit - begrünen Sie mit uns die Wüste!